Transfrau: Definition
Eine Transfrau (auch: Trans-Frau oder trans Frau) ist eine Frau, der bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde. Ihre Geschlechtsidentität ist weiblich, auch wenn ihr Körper ursprünglich männliche Merkmale aufwies.
Transfrauen identifizieren sich als Frauen und möchten in der Regel auch als solche wahrgenommen, angesprochen und behandelt werden. Sie sind Frauen - mit einer besonderen Geschichte.
Kurz erklärt
Transfrau = Frau, der bei Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde.
Transmann = Mann, dem bei Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde.
Was bedeutet "bei Geburt zugewiesenes Geschlecht"?
Wenn ein Kind geboren wird, schauen Ärzte auf die äußeren Geschlechtsmerkmale und ordnen das Kind als "männlich" oder "weiblich" ein. Diese Zuordnung wird im Geburtseintrag festgehalten.
Bei den meisten Menschen stimmt diese Zuordnung mit ihrer inneren Geschlechtsidentität überein. Bei Trans*-Personen ist das nicht der Fall: Ihre Geschlechtsidentität entspricht nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht.
Transfrau ist nicht gleich Transfrau
Es gibt nicht "die eine" Transfrau. Transfrauen sind so unterschiedlich wie alle anderen Frauen auch:
- Manche Transfrauen streben medizinische Maßnahmen an (Hormone, Operationen), andere nicht
- Manche leben offen als trans, andere möchten ihre Vergangenheit privat halten
- Manche wussten schon als Kind von ihrer Identität, andere erkennen es erst später
- Manche verwenden den Begriff "Transfrau", andere bezeichnen sich einfach als "Frau"
All diese Wege sind gleichermaßen gültig. Es gibt kein "richtiges" Trans-Sein.
Häufige Missverständnisse
Ist eine Transfrau "eigentlich ein Mann"?
Nein. Eine Transfrau ist eine Frau. Die Geschlechtsidentität eines Menschen wird nicht durch Chromosomen, Genitalien oder andere körperliche Merkmale bestimmt, sondern ist Teil der Persönlichkeit. Transfrauen waren nie "wirklich" Männer - sie wurden nur fälschlicherweise als solche eingeordnet.
Ist Trans-Sein eine sexuelle Orientierung?
Nein. Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung sind zwei verschiedene Dinge. Eine Transfrau kann heterosexuell sein (Männer lieben), lesbisch (Frauen lieben), bisexuell oder eine andere Orientierung haben - genau wie jede andere Frau.
Müssen Transfrauen operiert sein?
Nein. Ob und welche medizinischen Maßnahmen eine Transfrau ergreift, ist ihre persönliche Entscheidung. Eine Transfrau ist nicht "weniger Frau", wenn sie sich gegen Operationen entscheidet.
Respektvoller Umgang
Verwende immer die gewünschten Pronomen (in der Regel sie/ihr) und den gewählten Namen. Fragen nach Operationen oder Genitalien sind übergriffig und unangemessen - es sei denn, die Person bringt das Thema selbst zur Sprache.
Transition bei Transfrauen
Die Transition (der Angleichungsprozess) kann verschiedene Aspekte umfassen:
Soziale Transition
- Coming-Out bei Familie, Freunden, am Arbeitsplatz
- Verwendung des neuen Namens und weiblicher Pronomen
- Kleidung und Auftreten nach eigenen Wünschen
Rechtliche Transition
- Änderung des Vornamens
- Änderung des Geschlechtseintrags (seit 2024 vereinfacht durch das Selbstbestimmungsgesetz)
- Anpassung von Dokumenten und Ausweisen
Medizinische Transition (optional)
- Hormontherapie mit Östrogen und Antiandrogenen
- Dauerhafte Haarentfernung (Epilation)
- Geschlechtsangleichende Operationen
- Stimmtherapie oder Stimm-OP
Bekannte Transfrauen
Transfrauen sind in allen Bereichen der Gesellschaft vertreten. Einige bekannte Persönlichkeiten:
- Laverne Cox - US-amerikanische Schauspielerin (Orange Is the New Black)
- Kim Petras - Deutsche Pop-Sängerin
- Georgine Kellermann - Deutsche Journalistin (WDR)
- Tessa Ganserer - Deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen)
Unterstützung für Transfrauen in NRW
In Nordrhein-Westfalen gibt es verschiedene Anlaufstellen:
- Beratungsstellen mit spezialisierten Angeboten
- Selbsthilfegruppen zum Austausch mit anderen Trans*-Personen
- Ärzte und Therapeuten mit Erfahrung in der Behandlung von Trans*-Personen